Mein Bärchen ist tot!

Nach nunmehr drei Monaten ist mein Bedürfnis, meinen Schmerz in die Welt hinaus zu schreien, immer noch so groß wie unmittelbar nach seinem Tod, aber immerhin habe ich jetzt Worte dafür.

Er starb in einer Verkettung unglücklicher Umstände letzten Endes an seiner Herzkrankheit, im Alter von fünfeinhalb Jahren.

Als er knapp vier Jahre alt war, wurde bei ihm dilatative Cardiomyopathie diag-nostiziert. Von diesem Zeitpunkt an lebten wir in beständiger Sorge um ihn und gaben uns alle Mühe, seine und unsere Lebensweise - zusätzlich zum verabreichten Medikament - seiner Krankheit anzupassen. Es gab gute und schlechte Tage, aber die latente Angst war allgegenwärtig.

Dann wurde er buchstäblich plötzlich und völlig unerwartet, ohne jede Symptom-verschlimmerung, aus seinem, meinem, unseren Leben gerissen. Ihn sterben zu sehen ist das Schlimmste, was mir bisher in meinem Leben widerfahren ist. Schock, Betäubung, unendlicher Schmerz, Schuldgefühle, Fragen nach dem Warum... Er war mein Ein und Alles, mein Stolz, mein Glück, mein dickes Fell gegen die Unbill dieser Welt, mein Garant für Lebensfreude und Liebe (dass mich keiner falsch versteht: ich bin sehr glücklich verheiratet!), er war mein Märchen-Bärchen, mein Rübezahl, mein Stoppelhopser, mein schwarzes Riesenbaby und was man sonst noch für kindische Namen erfindet für diese Seele, die man liebt und die all diese Gefühle vorbehaltlos, bedingungslos erwidert. Diese Innigkeit ist unwiederbringlich!

In meiner tiefen Betroffenheit appelliere ich an alle Züchter: Lassen Sie Ihre Zuchthündinnen und Deckrüden unbedingt auf Herzerkrankungen untersuchen! Das Leid, das bei den Hunden und ihren Besitzern durch diese Krankheiten entsteht, sollte kein Züchter und/oder Deckrüdenbesitzer billigend in Kauf nehmen, nur weil er Mühen, Kosten und evtl. auch Konsequenzen scheut, die eine Herzuntersuchung mit sich bringt.

Das Heimtückische an Bärchens Herzkrankheit ist, dass sie in aller Regel erst im 3. bis 5. Lebensjahr auftritt, unaufhaltsam fortschreitet und in jedem Fall tödlich endet. Mit Medikamenten kann man lediglich die Symptome und Beschwerden lindern, aber das Fortschreiten der Krankheit nicht aufhalten. Für die Zucht besonders gefährlich ist es, dass der Herzfehler auch verdeckt weitergegeben werden kann, d.h. dass ein Hund selbst keine Symptone zeigt, sie aber dennoch weitergeben kann, wenn er aus einer entsprechenden Zuchtlinie stammt. Diese Herzerkrankung vererbt sich autosomal dominant, d.h. unabhängig vom Geschlecht auf statistisch gesehen 50% der Nachkommen.

Deshalb noch mal mein Appell an alle Züchter und Deckrüdenbesitzer: Informieren Sie sich, betreiben Sie Ahnenforschung, lassen Sie Ihre Hunde untersuchen und nehmen Sie sie ggf. aus der Zucht. Tun Sie diesen Traumhunden diesen Gefallen! Niemand sollte seinen Bären so verlieren!

Und alle betroffenen Neufibesitzer möchte ich bitten, sich mit Frau Welzbacher in Verbindung zu setzen und ihr Untersuchungsergebnisse zukommen zu lassen, damit sie ihre diesbezügliche Reihenuntersuchung effektiv durchführen kann. Sie tun der Gesundheit von zukünftigen Hunden, die wie Ihr Bär sind, einen großen Gefallen!

Den Züchtern meines Hundes – das möchte ich ausdrücklich betonen - mache ich keinen Vorwurf. Sie konnten es zum damaligen Zeitpunkt nicht wissen. Ich bin in all meiner Trauer auch dankbar für die Zeit mit Bärchen. Trauer ist mehr als ein Gefühl, Trauer ist Wissen um ein verlorenes Kostbares...




Sabine Buschhoff

Patric Buschhoff

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