Herz-erkrankungen

Vorbemerkungen zum Thema

"Herzerkrankungen beim Hund"

Wir mussten in der Vergangenheit leider erfahren, dass es bei diesem Thema ein großes Informationsdefizit gibt. Entweder war man auf hochspezifische, nur schwer verständliche Fachliteratur angewiesen oder wir mussten dankbar aufsaugen, was der Tierarzt uns unwissenden und nicht ganz ernst zu nehmenden Hundeliebhabern mitzuteilen bereit war. Einige Tierärzte haben uns aber mit Rat und Tat dankenswerter Weise sehr unterstützt.

Bei unseren zahlreichen Gesprächen und Nachforschungen zum Thema Herzerkrankungen sind wir auf die unterschiedlichsten Meinungen und Aspekte gestoßen, die uns teilweise mehr verwirrt als weitergeholfen haben. So sind wir schließlich auf die Idee gekommen, diese Website zu gestalten, um hier die interessantesten Informationen und Beiträge zu diesem Themenkomplex zusammenzutragen und aufzubereiten.

Unsere Absicht ist es in erster Linie, Betroffenen einen Überblick zu verschaffen durch die zusammengestellten Informationen sowie die Artikelsammlung. Es soll aber auch die Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches geben. Dafür haben wir das Forum eingerichtet.

Wir wollen hier keine spezielle Lehrmeinung vertreten, sondern unabhängig und ergebnisoffen auch unangenehme Fragen und Meinungen diskutieren. Deshalb finden sich in unserer Textsammlung auch Beiträge, die nicht unbedingt unsere persönliche Meinung widerspiegeln.

Wenn Sie interessante Links, Fragen, Anregungen oder Beiträge zum Thema haben, werden wir sie über das Forum gerne in unsere Website aufnehmen. An neuen Forschungsergebnissen sind wir sehr interessiert und wären für entsprechende Hinweise dankbar

Inhalt:

Wie erkenne ich, dass ich einen herzkranken Hund habe?

Unsere Neufundländer sind sehr "hart im Nehmen". Sie versuchen stets, bei ihren Rudelmitgliedern den Eindruck zu erwecken, als sei alles in Ordnung. Stammesgeschichtlich betrachtet hat dieses Verhalten aus Wolfszeiten auch seinen Sinn.

Unser Bär mag ein guter Schauspieler sein, er kann jedoch nicht alles vor uns verbergen.

Beobachten Sie Ihren Hund genau und beantworten Sie sich selbst ehrlich einige Fragen:

  • Hustet Ihr Hund öfter (außer nach dem Trinken, wenn er sich verschluckt hat)?
  • Wenn ja, wie lange hustet er schon?
  • Atmet oder hechelt er frei oder ist ein "Rasselgeräusch " zu hören?
Hier könnten sich Hinweise neben einer Infektion der Atemwege (Bronchitis etc.), auf Wasser in der Lunge finden. Achten sie darauf, dass Atemwegserkrankungen völlig auskuriert und nicht verschleppt werden. Durch verschleppte Krankheiten kann die Entwicklung von Herzklappenfehlern ausgelöst oder begünstigt werden!

(siehe Balous Geschichte) (Neu!)

  • Ist er anfällig für Infektionen?
Dies kann ein Hinweis auf ein geschwächtes Imunsystem sein.
  • Hat Ihr Hund andauernden Durchfall oder weichen, breiigen Kot?
Weicher Kot kann, wenn nicht auf eine Magen-Darm-Infektion zurückzuführen, eine Begleiterscheinung bei Herzerkrankungen in fortgeschrittenem Stadium sein.
  • Zeigt Ihr Hund "Leistungsschwäche" bzw. mangelnde Ausdauer?
Vergleichen Sie nie die "Leistungen" Ihres Neufis mit anderen Rassen, sondern höchstens mit den "Leistungen" bzw. der Ausdauer anderer gleichaltriger Neufundländer. Berücksichtigen Sie dabei aber auch sein individuelles Temperament.

Stellen Sie ein Defizit fest, kann das evtl. ein Hinweis auf eine Herzschwäche sein. 10 km lange Fahrradtouren mögen für andere Rassen ok. sein, sind für Neufis aber Wahnsinn!

Bei der Beantwortung dieser Frage ist weniger sportlicher Ehrgeiz als vielmehr das "Fingerspitzengefühl" bzw. die enge Beziehung zwischen Hund und Halter maßgebend.

Zeigt Ihr Hund einige oder auch alle der folgenden Verhaltensweisen?

  • Ängstlichkeit
  • Andauernde allgemeine Schreckhaftigkeit
  • Angst/Beklemmung in engen Räumen
  • Angst vor großer Weite (große Wiesen, Felder, große Plätze etc.)
  • "Nichtschwimmer"
  • "Schwellenangst" beim Wechsel von Untergründen (z.B. von Holzdielen auf weißen Marmor etc.)
  • Geräuschempfindlichkeit
Herzerkrankungen führen häufig zu Angstzuständen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Ängstlichkeit, in welcher Form auch immer, ist ein für Neufundländer untypisches Verhalten, dessen Ursache man ergründen muss. Es ist sinnvoll, bei einer Häufung der genannten Symptome auch die Möglichkeit eines Herzfehlers in Betracht zu ziehen.
  • Appetitlosigkeit
Beim Neufi, selbst bei Herzerkrankungen, höchst selten.
  • Nächtliche Ruhelosigkeit
Häufige Schlafplatzwechsel können ein Hinweis auf Herzerkrankungen sein.
Achtung!

Jedes einzelne der genannten Symptome kann unterschiedliche Ursachen haben und ist nicht unbedingt ein Hinweis auf eine Herzerkrankung. Nur bei einer Häufung der Symptome, vor allen Dingen in Verbindung mit "Leistungsschwäche", sollten Sie Ihren Hund genau beobachten und ggf. einen Herzspezialisten aufsuchen.

Die o.g. Aufzählung von möglichen Symptomen soll lediglich sensibilisieren, ist jedoch

keine Anleitung zur Selbstdiagnose!

An welchen Tierarzt soll ich mich wenden?

Man kann sich an jeden Tierarzt wenden, der über die notwendige technische Ausstattung verfügt (EKG, Ultraschall-Doppler-Gerät). Es ist jedoch sinnvoll, einen Herzspezialisten aufzusuchen, der die Ergebnisse auch rassespezifisch korrekt interpretieren kann. Die gleichen Messwerte sind bei einem Pudel anders zu bewerten als bei einem Neufundländer. Der Deutsche Neufundländer Klub hat eine Liste von Tierärzten herausgegeben, die nach VDH-Vorschrift (hier geht es letztlich um die Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit der Ergebnisse) als Kardiologen offizielle Untersuchungen vornehmen können.

Die offizielle Untersucherliste Kardiologie:
Dr. M. Deinert

Tierklinik Walla

Ludwig-Wagner-Str. 31

69168 Wiesloch

Tel.: 06222/81521

Dr. G. Eichhorn

Juliusstr.12

60487 Frankfurt

Tel.: 069/97074955

Dr. F. Gutbrod

Dr. Lechner

Wertachstr. 1

90451 Nürnberg

Tel.: 0911/643074

Dr. Angelika Hörauf

Tillystr. 8

51067 Köln

Tel.: 0221/634429

A. Hüttig

Kurrenstr. 40/3

72762 Reutlingen

Tel.: 07121/93210

Bärchen im japanischen Garten Moers
Prof. Dr. Cordula Paulsen-Nautrup

Institut für Tieranatomie

Veterinärstr. 13

80539 München

Tel.: 089/21803294

Dr. Ulrike Klein

Kaiserslauterner Str. 44

66123 Saarbrücken

Tel.: 0681/33232

Dr. M. Schneider

Dr. Wehner

Medizinische & Gerichtl. Veterinärklinik

Frankfurter Str. 126

35392 Gießen

Tel.: 0641/9938604

Dr. K. Schober

Klinik für kleine Haustiere

Zwickauer Str. 57

04103 Leipzig

Tel.:0341/9738311

Dr. Marianne Skrodzki

Klinik für kleine Haustiere

Oertzenweg 19

14163 Berlin

Tel.: 030/83862356/62422

Dr. Ralf Tobias

Güntherstr. 17

30519 Hannover

Tel.: 0511/830608

Dr. Andrea Vollmar

Heisterstr. 5

57537 Wissen

Tel.: 02742/2472

Dr. Jan-Gerd Kresken

Wintgenstr. 81

47058 Duisburg

Tel.: 0203/333036

Welche Untersuchungsmethoden gibt es?
  • Abören der Herztöne mittels Stethoskop (Auskultation)
  • EKG
  • Röntgenuntersuchung
    • Sichtbarmachen der Form des Herzens,
    • der Stauungen in den großen Gefäßen
    • und evtl. des Wassers in der Lunge
  • Ultraschalluntersuchung mittels Doppler-Sonargerät
    • Sichtbarmachen der Form des Herzens
    • genaue Vermessung der Herzwände und Herzklappen
    • genaue Vermessung der Strömungsverhältnisse und -geschwindigkeiten
    • Ermittlung der Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels
Die Untersuchung mittels Ultraschall-Doppler ist die einzige Methode, eine wirklich zuverlässige Diagnose zu erstellen!
Was ist der Unterschied zwischen angeborenem, erworbenem und erblichen Herzfehler? (siehe auch Beitrag über angeborene Herzfehler)
Es ist für die Diskussion über die Ursachen von Herzerkrankungen von allergrößter Bedeutung die Begriffe

ANGEBOREN,

ERWORBEN

und

ERBLICH

zu unterscheiden, denn es ist häufig zu beobachten, dass es zu Missverständnissen kommt, wenn nicht mit der notwendigen begrifflichen Klarheit gesprochen wird.

ANGEBOREN

bedeutet, dass der Welpe bereits seit seiner Geburt diese oder jene Erkrankung hat. Dies ist nicht gleichzusetzen mit dem Begriff erblich!

Angeborene Krankheiten können verschiedene Ursachen haben. Hier können sowohl Entwicklungsstörungen des Fötus oder Verletzungen im Mutterleib als auch Geburtstraumata, aber unter Umständen auch gewisse erbliche Komponenten eine Rolle spielen.

ERWORBEN

bedeutet, dass der Hund diese oder jene Erkrankung im Laufe seines Lebens, also erst nach der Geburt(!), erworben hat. Dies ist nicht gleichzusetzen mit dem Begriff "durch Haltungsfehler erworben".

Für erworbene Krankheiten können sowohl Haltungsfehler als auch ererbte Merkmale eine Rolle spielen.

"Erworben" ist aber nicht gleichbedeutend mit "nicht vererbt"!

ERBLICH

bedeutet, dass der Hund diese oder jene Erkrankung von mindestens einem Elternteil geerbt hat. Dies ist keinesfalls gleichzusetzen mit dem Begriff "angeboren"!

Für die Tatsache der Erblichkeit einer Erkrankung ist es nicht von Bedeutung, ob diese Krankheit nun angeboren ist oder sich im Laufe des Lebens entwickelt hat, d.h. erworben wurde. Hier zählen einzig und allein die genetischen Grundlagen.

Wie sind die Auswirkungen der unterschiedlichen Herzfehler?
Die Erscheinungsbilder der unterschiedlichen Herzkrankheiten sind aus Sicht des Halters in der Regel ähnlich.

Häufig sind die oben beschriebenen Angstsymptome, Nervosität und Unruhe zu beobachten. Im weiteren Verlauf kommt es meist zum Nachlassen der Leistungsfähigkeit und Ausdauer, verbunden mit Kurzatmigkeit.

Chronischer, trockener Husten auf Grund von Wasseransammlungen in der Lunge kennzeichnet ein weiter fortgeschrittenes Stadium der meisten Herzerkrankungen, genau so wie Gewichtsverlust, weicher Kot und stumpfes Fell.

Asthma-Anfälle, blasse oder blaue Lefzen und Zunge, Ohnmachtsanfälle und Herzkollaps sind Anzeichen für ein Endstadium.

Bine und Momo am Wasser

Einteilung der klinischen Anzeichen einer Herzerkrankung beim Hund

Die klinischen Anzeichen einer Herzerkrankung werden nach den Richtlinien der NYHA (New York Heart Association) in vier Grade eingeteilt. Die vier nach funktionellen Gesichtspunkten für den Hund erstellten Grade sind:

Grad 1:

Keine klinischen Symptome; normale Aktivität und normale Belastung rufen keine klinischen Symptome (Husten, Kurzatmigkeit) hervor.
Grad 2:

In Ruhe symptomfrei, aber leichtere Symptome (s.o.) unter stärkerer Belastung; Belastbarkeit gegebenfalls herabgesetzt.
Grad 3:

Klinische Symptome der Herzinsuffizienz ( Husten, Kurzatmigkeit, leichte Wasseransammlung im Bauchraum) bei leichter körperlicher Belastung; nächtlicher Husten, körperliche Belastbarkeit deutlich herabgesetzt.
Grad 4:

Ernste klinische Symptome im Ruhezustand; ausgeprägte Kurzatmigkeit und/oder Wasseransammlungen im Bauchraum. Der Hund ist nicht in der Lage, leichte körperliche Belastungen auszuhalten.

Was es bedeutet, mit einem herzkranken Hund zusammenzuleben

Mit einem herzkranken Neufundländer im Haus zu leben, bringt zahlreiche Belastungen mit sich. Von den u.U. erheblichen finanziellen Mehrbelastungen durch Tierarztkosten und Medikamente wollen wir an dieser Stelle gar nicht so sehr reden. Verantwortungsvolle Halter und Tierärzte werden alles Notwendige unternehmen und weder Kosten noch Mühen scheuen, um dem betroffenen Hund ein möglichst langes, beschwerdefreies Leben bei guter Lebensqualität zu ermöglichen. Mit genauer Einstellung der Medikamentendosis, verbunden mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und entsprechender Lebensweise ist hier hier Einiges möglich.

Man sollte sich jedoch nicht der Illusion hingeben und glauben "der Hund bekommt seine Medikamente und jetzt ist wieder alles in Ordnung". Man muss sich vergegenwärtigen:

DER HUND BLEIBT KRANK,

DER HUND WIRD NICHT MEHR RICHTIG GESUND

und

DER HUND WIRD SEIN RASSETYPISCHES ALTER NICHT ERREICHEN !

Das sind harte Wahrheiten, denen man ins Auge sehen muss. Oft ist zu beobachten, dass diese Fakten beschönigt werden, weil es heute mit modernen Medikamenten ja möglich ist, dem Hund eine gute Lebensqualität für den Rest seiner Lebenszeit zu erhalten.

Bedacht werden sollte auch, dass der Hund anfälliger für andere Krankheiten (Infektionen) ist. Da das Herz geschwächt ist, kann immer etwas passieren, was einen Kollaps herbeiführen kann.

Der Hund hat keine Reserven mehr, um zusätzliche körperliche Belastungen ohne ärztliche Hilfe zu überstehen!

Deshalb sollten Sie eine tierärztliche Notfallnummer immer griffbereit haben!

Der Halter muss nun sein Leben und das seines Hundes ganz auf die Erkrankung einstellen. Ein herzkranker Hund möchte behandelt werden wie ein herzkranker Mensch.

Das bedeutet:

  • möglichst jede Form von Aufregung und Stress vermeiden
  • Klima-Umstellungen und Umgebungswechsel behutsam vornehmen
  • mehrmals am Tag kurze Spaziergänge machen statt einer einzigen großen "Runde"
  • Herzschonkost füttern, d. h. so kochsalzarm wie möglich (kein Dosenfutter!!!)
  • Futterumstellungen nur, wenn unbedingt erforderlich, in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Tierarzt
  • vor Überlastung an heißen Tagen schützen und ggf. im Sommer den "Pelzmantel" scheren lassen
  • regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt / Kardiologen.

Das Lebensgefühl der betroffenen Halter und die Konsequenzen für das gemeinsame Leben mit erkrankten Hunden werden jedoch in den zahlreichen "keimfreien" Fachpublikationen nicht erwähnt, denn es handelt sich um nichts anderes als

ANGST!

Angst, das Krankheitsbild könnte sich verschlimmern!

Angst vor stressreichen Situationen!

Angst, jeder Tag könnte der letzte sein!

Schwierig ist die Situation für den Halter besonders dann, wenn er sich vom Züchter des Hundes nicht verstanden fühlt oder eine Diskussion über die Problematik abgelehnt wird ("Pech gehabt!"). Gott sei Dank sind dies bedauerliche Einzelfälle und eher die Ausnahme als die Regel! Verantwortungsvolle Züchter nehmen alle gesundheitlichen Probleme der von ihnen gezogenen Hunde sehr ernst, besonders wenn es sich um vererbbare Erkrankungen handelt.

Medikamentelle Therapie

Durch geeignete Behandlungsmaßnahmen können auch bei fortgeschrittenen Herzerkrankungen die Symptome gemildert und die Überlebenschancen verbessert werden.

Die Therapie sollte auf folgende Punkte abzielen:

1. die Herzarbeit zu verringern

2. das Herzminutenvolumen zu verbessern

3. den venösen Druck zu verringern

4. Arrhytmien zu erkennen und zu kontrollieren

5. den Rückfluss durch undichte Klappen zu mimimieren

6. die Sauerstoffversorgung des Körpers zu verbessern

Um diese Ziele zu erreichen, stehen verschiedene Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung. Welcher Therapieplan zur Anwendung kommt, entscheidet der Tierarzt nach Abwägung diverser Faktoren. Dazu gehören u.a.

- der Schweregrad der Insuffizienz

- die zugrunde liegende Ursache

- andere gleichzeitig bestehende Erkrankungen

- das Alter des Hundes

- wirtschaftliche Gesichtspunkte

Drei Klassen von Medikamenten, von denen jede die Herzfunktion beeinflussen kann, werden hauptsächlich zur Behandlung der Herzinsuffizienz beim Hund eingesetzt:

1. DIURETIKA

(Entwässerungsmittel) reduzieren die Vorlast des Herzens durch Verringerung der Körperflüssigkeitsmenge. Sie steigern die Harnproduktion in der Niere. Somit wird Natrium und Wasser vermehrt ausgeschieden und das Gesamtflüssigkeitsvolumen des Körpers verringert. Diuretika tragen dazu bei, die Symptome der Lungenstauung (Röcheln, Husten) sowie die Bildung weiterer Ödeme zu verringern.

2. DIGITALIS-PRÄPARATE

(Herzglykoside, positiv ionotrope Medikamente)

steigern die Fähigkeit des Herzmuskels zur Kontraktion, steigern das Herzminutenvolumen und senken die Herzfrequenz in der Ruhe. Digitalis-Präparate steigern die Lebensqualität erkrankter Hunde, können aber ihre Lebenserwartung verkürzen. Die Dosierung muss genauestens und unter sorgfätiger Beobachtung vorgenommen werden ( d.h. der Hund wird "eingestellt"), damit es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt (Apathie, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall). Die therapeutische Breite, d.h. der Unterschied zwischen einer positiven (therapeutischen) und einer negativen (toxischen) Wirkung ist gering.

3. ACE-HEMMER

entlasten das Herz u.a. durch die Erweiterung von Blutgefäßen. Auch sie steigern das Herzminutenvolumen und verringern den Gefäßwiderstand. Ihre therapeutische Breite ist zwar hoch und es treten in der Regel wohl keine nennenswerten Nebenwirkungen auf, dennoch wird empfohlen, den Hundepatienten auch auf dieses Medikament genauestens einzustellen. Es ist angezeigt, sich in die Therapie "einzuschleichen" und eine langsame Dosis-Steigerung vorzunehmen. ACE-Hemmer steigern erwiesenermaßen die Lebenserwartung erkrankter Tiere, führen aber auch zu einer Verbesserung der Belastbarkeit und des Allgemeinbefindens und somit zu mehr Lebensqualität.

Medikation bezogen auf verschiedene Herzerkrankungen und Schweregrade

Bei der Myokardinsuffizienz oder bei der dilatativen Kardiomyapthie (DCM) ist das Medikament der Wahl immer noch Digitalis, gefolgt von ACE-Hemmern und Diuretika. Dabei können Digitalis-Präparate alleine nur im Anfangsstadium eingesetzt werden, wenn das Herz geschwächt ist und eine Kontraktionsunterstützung benötigt. Bereits bei Herzinsuffienzen 2. und 3. Grades sollten ACE-Hemmer zur Vor- und Nachlastsenkung hinzugefügt werden.

Bei der Mitralinsuffizienz (Mehrheit der Herzerkrankungen) sind ACE-Hemmer das Medikament der Wahl, denn in den meisten Fällen ist die Kontraktionskraft des Herzens nicht eingeschränkt, sondern sogar gesteigert. Erst bei nachlassender Kontraktionskraft sollten Digitalis-Präparate zugefügt werden.

Bei starken Stauungssymptomen (Röcheln, Husten) ist die Kombination mit Entwässerungspräparaten angezeigt.

ACE-Hemmer sollen in allen Stadien der Herzinsuffizienz gut einsetzbar sein:

  • Bei einer Herzerkrankung ersten Grades können ACE-Hemmer mit Crataegus (Weißdornextrakt) kombiniert werden.
  • Bei einer Herzerkrankung zweiten Grades können ACE-Hemmer mit Digitalis-Präparaten kombiniert werden.
  • Bei einer Herzerkrankung dritten Grades können ACE-Hemmer, Digitalis-Präparate sowie Diuretika eingesetzt werden.
  • Erst im letzten Stadium sollte man alle drei Therapien ausdosieren und falls erforderlich noch Kalzium-Antagonisten oder Beta-Blocker zur Senkung einer erhöhten Herzfrequenz zufügen.

Amadeus

IN MEMORIAM AMADEUS

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